Kürbiskernöl hat eine reiche und überraschend lange Geschichte, die mehrere Jahrhunderte zurückreicht, hauptsächlich auf das Gebiet der heutigen Steiermark in Österreich, Südaustria, Ungarn, Kroatien und Slowenien.

Die ersten Erwähnungen von Ölsaaten für Kürbisse finden wir bereits im 17. Jahrhundert. Damals bauten Landwirte in der Steiermark und im Burgenland eine spezielle Sorte von Kürbissen ohne harte Schale an – Cucurbita pepo var. styriaca. Diese Mutation ist entscheidend, da die Samen keine harte, verholzte Schale haben, sodass sie direkt gepresst werden können, ohne geschält zu werden. Bis dahin wurden Kürbisse hauptsächlich als Futter und die Samen als Snack verwendet, nicht jedoch für Öl.

Die eigentliche Geburt des Kürbiskernöls als Nahrungsmittel begann am 18. März 1735, als der steirische Landesfürst ein offizielles Dekret erließ, dass aus Kürbiskernen gepresstes Öl in der Ernährung verwendet und als Heilöl verkauft werden darf. Zuvor wurde es aufgrund seiner dunkelgrünen Farbe und bitteren Stoffe (Cucurbitacine) von den Menschen als giftig angesehen. Das Dekret bestätigte offiziell seine Sicherheit und ermöglichte eine breitere Verwendung.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Kürbiskernöl zu einer unverzichtbaren Zutat der steirischen und burgenländischen Küche. Es wurde hauptsächlich in der Fastenzeit verwendet, da es günstiger war als Olivenöl und tierische Fette ersetzte. Damit wurden Salate (insbesondere Bohnen- und Kartoffelsalate) übergossen, es wurde auf Brot mit Quark, Käse und Zwiebeln geträufelt, in Suppen gegeben und als Heilmittel verwendet. Die Volksheilkunde schrieb ihm außergewöhnliche Kräfte zu: gegen Würmer und Bandwürmer bei Kindern, zur Verbesserung der Verdauung, gegen Probleme mit der Prostata und der Blase sowie als Mittel zur Stärkung der Haare.

Den größten Aufschwung erlebte es in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen (1918–1939), als Kürbiskernöl zu einem wichtigen Exportartikel wurde. Damals wurde es bereits in größeren Ölmühlen gepresst, immer noch von Hand, was die charakteristische dunkelgrün-rote Farbe und den nussigen Geschmack ergibt. 1934 wurde in Vrbno die erste Genossenschaftsölmühle eröffnet, die bis heute in Betrieb ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Produktion aufgrund der Kollektivierung und des Imports günstiger Pflanzenöle zurück, aber seit den 1970er Jahren begann das Bewusstsein für traditionelle Produkte zu erwachen. 1989 erhielt das Kürbiskernöl aus der Steiermark als erstes in der Europäischen Union den Schutz der geografischen Angabe (g.g.A. – Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.), und Slowenien registrierte 2003 das Steirisch-Burgenländische Kürbiskernöl als garantierte traditionelle Spezialität (g.t.S.), später auch g.g.A.

Heute ist Kürbiskernöl weltweit als Spitzenprodukt anerkannt. Es wird in der gehobenen Gastronomie verwendet (Michelin-Köche träufeln es auf Suppen, Eiscreme und Käse), in der Kosmetik (für die Pflege trockener Haut und Haare) und in der Pharmazie (standardisierte Extrakte zur Unterstützung der Prostatagesundheit). Es wird weiterhin nach traditionellem Verfahren gewonnen: Die Samen werden geröstet, zu einer Paste gemahlen, mit Salz und Wasser geknetet und bei 60–80 °C gepresst. Kürbiskernöl ist somit nicht nur eine kulinarische Spezialität, sondern ein lebendiger Teil des kulturellen Erbes der Steiermark und des Burgenlandes, das aus bescheidenen bäuerlichen Anfängen zu einem weltweit geschätzten Öl gewachsen ist.

Zusammensetzung des Kürbiskernöls

Kürbiskernöl (Cucurbita pepo semen oleum) wird aus den Samen des Ölkürbisses (Cucurbita pepo var. styriaca) gewonnen, der die Besonderheit hat, dass die Samen keine harte Schale besitzen. Kürbiskernöl gehört zu den Ölen mit einem außergewöhnlich hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, der über 90 Prozent liegt. Die wichtigste ist die Linolsäure (Omega-6), die 45-60 Prozent aller Fettsäuren ausmacht und eine essentielle Fettsäure ist. Es folgt die Ölsäure (Omega-9) mit 32-38 Prozent, die zur Stabilität des Öls beiträgt. Palmitinsäure ist die Hauptsättigungssäure mit 7-11 Prozent, während Stearinsäure nur mit ein bis drei Prozent vorhanden ist. Alpha-Linolensäure (Omega-3) ist in einer Menge von 0,3-0,8 Prozent vorhanden, sodass das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 sehr hoch ist, oft etwa fünfzehn zu eins. In kleineren Mengen sind auch Myristinsäure, Arachidonsäure und Beheninsäure vorhanden.

Kürbiskernöl ist äußerst reich an bioaktiven Substanzen. Es enthält hohe Werte an Tocopherolen (Vitamin E), insbesondere Gamma-Tocopherol (von 300 bis 600 Milligramm pro Kilogramm) und Delta-Tocopherol, die als starke Antioxidantien wirken und das Öl vor Oxidation schützen. Der Gesamtgehalt an Vitamin E kann bis zu 1000 Milligramm pro Kilogramm erreichen. Sterole liegen bei 2500 bis 5000 Milligramm pro Kilogramm, wobei Delta-7-Sterole (bis zu achtzig Prozent) dominieren, darunter die wichtigsten Spinasterol und Delta-7,22-Stigmastadienol. Diese Sterole sind bekannt für ihren positiven Einfluss auf die Gesundheit von Prostata und Blase.

Es sind auch Cucurbitacine (Bitterstoffe) vorhanden, die dem Öl einen leicht bitteren Nachgeschmack verleihen und antiparasitär wirken. Carotinoide (insbesondere Lutein und Beta-Carotin) und Chlorophylle (Pheophytin) sind verantwortlich für die charakteristische dunkelgrün-rote Farbe. Das Öl enthält auch Squalen (bis zu 700 Milligramm pro Kilogramm), phenolische Verbindungen (p-Hydroxybenzoesäure) und kleine Mengen an Phospholipiden. Mineralien sind durch einen hohen Gehalt an Zink (bis zu 100 Milligramm pro Kilogramm), Magnesium, Kalium und Selen vertreten. Der Rauchpunkt liegt bei etwa 190 Grad Celsius, weshalb das Öl nicht zum Frittieren geeignet ist, sondern nur für die kalte Verwendung oder kurzes Erhitzen.

Kürbiskernöl ist aufgrund seiner einzigartigen Zusammensetzung – des hohen Gehalts an Linolsäure, Delta-7-Sterolen, Tocopherolen und Zink – eines der am meisten geschätzten Spezialprodukte in der Ernährung und der Naturheilkunde. Es wird besonders empfohlen zur Unterstützung der Männergesundheit, zur Stärkung des Immunsystems und als Quelle natürlicher Antioxidantien.

Kürbiskernöl - Verwendung

Kürbiskernöl, auch als steirisch-burgenländisches Kürbiskernöl bekannt, ist eine der größten kulinarischen Spezialitäten Mitteleuropas. Es wird ausschließlich aus den Samen des Ölkürbisses ohne Schale gewonnen, weshalb es einen ausgeprägten nussigen Geschmack, eine dichte Textur und eine charakteristische dunkelgrüne Farbe mit rotem Schimmer hat.

In der traditionellen steirischen und burgenländischen Küche ist Kürbiskernöl unverzichtbar, insbesondere für die kalte Verwendung – das Erhitzen über einhundert Grad Celsius zerstört wertvolle Inhaltsstoffe und Aromen. Das bekannteste Gericht ist der Salat mit Kürbiskernöl: Bohnen-, Kartoffel- oder gemischter Salat, der mit Kürbiskernöl und Essig übergossen wird. Es passt hervorragend zu warmen oder kalten Vorspeisen mit Käse, Quark, Zwiebeln und Brot, zu gebratenen Eiern, zu geschmortem Sauerkraut oder eingelegtem Rüben. In der modernen Gastronomie träufeln Spitzenköche es auf Kürbissuppen, auf Vanilleeis, Schokoladenmousse, auf Ziegenkäse oder Rindercarpaccio. Es wird auch zur Aromatisierung von Pasta, Risottos, Aufstrichen und sogar Desserts wie Kürbistrudel oder Potica verwendet. Aufgrund des hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien empfehlen Ernährungswissenschaftler es als gesunde Ergänzung zur Ernährung.

Bereits seit dem 18. Jahrhundert wurde Kürbiskernöl als natürliches Heilmittel gegen Würmer und Bandwürmer bei Kindern verwendet (aufgrund von Cucurbitacinen). Heute ist nachgewiesen, dass standardisierte Extrakte aus Kürbiskernöl und -samen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Prostata und Blase bei Männern haben – sie können die Symptome einer benignen Prostatavergrößerung verringern, den Urinfluss verbessern und nächtliches Aufstehen erleichtern. Bei Frauen hilft es bei Reizblasesyndrom. Regelmäßiger Konsum unterstützt die Herz-Kreislauf-Gesundheit, senkt Entzündungsprozesse und wirkt antioxidativ aufgrund des hohen Gehalts an Vitamin E, Zink und Selen. In der Volksheilkunde wird es weiterhin auf trockene Haut, Verbrennungen und Hämorrhoiden aufgetragen.

Kürbiskernöl ist eine beliebte Zutat in der Naturkosmetik für trockene, reife und problematische Haut. Es spendet tiefenwirksame Feuchtigkeit, stärkt die Hautbarriere, lindert Entzündungen und beschleunigt die Heilung. Es wird in Gesichtscremes, Körperlotionen, Lippenbalsamen und Massageölen hinzugefügt. In der Haarpflege stärkt es die Haare, reduziert Haarausfall und verleiht Glanz, insbesondere bei trockenem und geschädigtem Haar.

Kürbiskernöl ist also mehr als nur eine kulinarische Spezialität – es ist ein lebendiger Teil des kulturellen Erbes, das außergewöhnlichen Geschmack mit nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteilen verbindet. Möchten Sie echtes steirisch-burgenländisches Kürbiskernöl mit all diesen wertvollen Inhaltsstoffen? Bestellen Sie jetzt und spüren Sie den Unterschied!